Im Rahmen der Internationalen Frankfurter Buchmesse 2026 und der Settimana della Lingua Italiana nel Mondo organisiert das Italienische Kulturinstitut Köln am 8. Oktober um 19.00 in der Deutsch-Italienischen Vereinigung, Arndtstr. 12, Frankfurt eine literarische Begegnung mit Raffaella Romagnolo. Im Laufe der Veranstaltung stellt die Autorin ihren Roman Wir gehen mal los (Diogenes Verlag, 2026) im Dialog mit Paola Barbon vor.
Amedeo hat keinen Zweifel: Sein Vater ist ein Mistkerl, und der Ausflug zur Punta Liberté kommt ihm fast wie eine Strafe vor. Seit einem Monat geht er nicht mehr zur Schule, aber zu Hause weiß niemand davon. Und nun diese seltsame Idee: zwei ganze Tage allein mit seinem Vater. Unter seinem langen Haar beobachtet Amedeo das Tal, den 3.400 Meter hohen Gipfel und den Ausgangspunkt der Route bis zur Fontanafredda-Hütte, der ersten Etappe des Aufstiegs. Rucksack, Bergschuhe, ein paar Wechselkleider, eine warme Jacke und vor allem: kein Handy. Der Berg ist für ihn ein Gefängnis – nur Aufstieg und Geröll. Die Felswand macht ihm Angst. Die Erinnerung an seine Mutter, die bei einem Unfall ums Leben kam, begleitet ihn die ganze Zeit, während sein Unbehagen über die Gesellschaft seines Vaters immer stärker wird. Der einzige Trost ist der Gedanke an Lucilla, doch auch er reicht nicht aus, denn der Berg ist unerbittlich und hält eine schreckliche Überraschung für ihn bereit.
Die in Casale Monferrato geborene Raffaella Romagnolo lebt und arbeitet im Piemont, wo sie in Ovada Italienisch und Geschichte unterrichtet. Sie gehört dem wissenschaftlichen Beirat des Instituts für die Geschichte des Widerstands in Alessandria an und schreibt für La Stampa und Il Secolo XIX. Die erfolgreiche Autorin hat die Romane La masnà (2012), Tutta questa vita (2013), La figlia sbagliata (2015), Destino (2018), Di luce propria (2021), Il cedro del Libano (2023, ausgezeichnet mit dem Premio Campiello Natura), Aggiustare l’universo (2023, Finalistin des Premio Strega 2024) und La segreta cura (2026) veröffentlicht. Respira con me (2019) war Finalist des Premio Strega Ragazze e Ragazzi 2020. Ihre Bücher wurden in sieben Sprachen übersetzt.
Die aus Mailand stammende Paola Barbon lebt und arbeitet zwischen Münster und ihrer Heimatstadt. Nachdem sie viele Jahre lang Italienischlektorin an der Ruhr-Universität-Bochum war, ist sie heute als Moderatorin, Dramaturgin, Übersetzerin und Dolmetscherin tätig.
Wir gehen mal los, Diogenes Verlag, 2026, deutsche Übersetzung von Peter Klöss (orig. Ital.: Respira con me, Pelledoca, 2019).
Mit Simultanübersetzung.
Freier Eintritt.
